Corona - Meine Gedanken


Heute früh, auf dem Weg zur Arbeit, gingen mir wieder viele Gedanken durch den Kopf. Überwiegend Gedanken über die derzeitige Ausnahmesituation, geschuldet dem Coronavirus. Es ist momentan nicht allzu gefährlich beim Autofahren gedanklich etwas abgelenkt zu sein, da die Straßen ziemlich leer sind. Einer der wenigen positiven Effekte dieser „Coronazeit“.

Mir kam dann der Gedanke, etwas von dem, was mir so durch den Kopf geht, etwas von dem, was ich als Leiterin dieser VS Begegnungsstätte Bremer Straße für Senioren in den letzten so außergewöhnlichen drei Wochen hier erlebt habe, wie ich diese letzten Wochen erlebt habe, auf unserer Internetseite zu veröffentlichen.

Zunächst war da die Unsicherheit, müssen wir schließen. Die gleiche Unsicherheit, wie wir 

sie in unserem Leben „draußen“ erlebten und jeden Tag neu, wieder anders erleben.

Noch vor zwei Wochen durften wir - nur ganz kurz - noch ganz kleine Gruppen empfangen.

Es mussten dann sofort viele vorgesehene Treffen der verschiedensten etwas größeren Gruppen abgesagt werden. Es war die Zeit, da wir viele Anrufe, Nachfragen bekamen, die etwa so lauteten „Petra habt ihr noch auf? Findet der Tanz noch statt; der Sport, die Handarbeitsgruppe, Rommé etc“.

Einige Gruppen haben von sich aus ihre Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit abgesagt. Die Angst sich mit dem Coronavirus anzustecken war bei einigen doch schon zu groß. Verständlich.

Dann, ganz schnell, am nächsten Tag, kam die Information, dass auch wir u.a. die Begegnungsstätten schließen. Wie lange? Das weiß niemand. Wir werden sehen, wir werden Radio hören, wir werden Sendungen im Fernsehen verfolgen.

Erneut sofortige Rundrufe, die Leiter der vielen Gruppen die unser Haus kontinuierlich besuchen über die Schließung unserer Begegnungsstätte zu informieren. Das stand nun an.

Kurze Zeit kam immer noch der ein oder andere Anruf: „Petra fällt Rommé nun aus? Immer zu Hause sein, dass halt ich nicht aus!“. Immer wieder am Ende des Telefonates: „Was soll ich bloß zu Hause allein tun?“. Ich hörte sehr deutlich die Not der Seniorinnen heraus.

Für uns Mitarbeiter dieser Begegnungsstätte stand sofort fest, wir werden die ganze Begegnungsstätte richtig gut reinigen. So intensiv, wie es aufgrund des Zeitmangels sonst nicht

wirklich möglich ist. Die Fenster des gesamten Hauses putzen. So, wie ich es noch aus früheren Jahren kenne. Seit einigen Jahren übernimmt die Fensterreinigung eine externe Firma.

Vorgestern, als ich unsere Eingangstür reinigte, kam eine ganz liebe Besucherin, aktiv im Chor und in der Rommégruppe, die Straße entlang. Sie rief „Hallo Petra, ich gehe wieder spazieren. Habt ihr immer noch zu?“

Ich denke sie war sich sicher, dass wir noch geschlossen haben und hoffte dennoch, von mir ein NEIN zu hören.

Wir müssen alle abwarten und hoffen, dass sich dieses Coronavirus sehr schnell wieder verflüchtigt.

Eines weiß ich!!! Wenn wir wieder für Besucher öffnen, werden viel mehr TänzerInnen kommen, werden die Gruppen wieder um einiges größer sein. Und man wird die Gemeinschaft noch mehr schätzen.

Und auch ich werde wieder über das geschäftige Treiben in diesem Hause glücklich sein.

Petra Lambeck